|
Eisenmangel bei Veganer und Rohköstler?
Eisen gilt als der kritische Nährstoff überhaupt bei vegetarischer Ernährung. Insbesondere in der Laienpresse wird bisweilen der Eindruck erweckt, nur mit Fleisch sei eine ausreichende Eisenver- sorgung möglich. Im Hinblick auf die Bioverfügbarkeit des Mineral- stoffes weisen Fleisch und Fleischwaren unstrittig Vorteile auf. Allerdings zeigen verschiedene Studien bei vegetarisch ernährten Personen eine teils deutlich höhere absolute Aufnahme von Eisen im Vergleich zu Mischköstlern. Die Frage ist daher, ob dies die schlechtere Verfügbarkeit kompensieren kann.
Allgemein steigt das Risiko eines Eisenmangels mit sinkendem Fleischkonsum an. Dies manifestiert sich vorwiegend in verringerten Eisenspeichern, was in Zeiten eines erhöhten Eisenbedarfs, z. B. vor oder während einer Schwangerschaft, als ungünstig anzusehen ist. Zeichen eines klinischen Eisenmangels (vermindertes Serum- eisen, niedrige Hämoglobinwerte) finden sich allerdings im Allgemeinen nicht häufiger als bei Mischköstlern. Grundsätzlich ist es somit möglich, mit einer vielseitigen vegetarischen Ernährung die Eisenversorgung sicherzustellen. Eine Kontrolle des Eisenstatus ist allerdings in Zeiten eines erhöhten Nährstoffbedarfs (z. B. Schwangerschaft) notwendig.
Problematisch ist die Situation hingegen bei extremen vegetarischen Kostformen. So zeigen sich gehäuft Eisen- mangelerscheinungen und andere Nährstoffdefizite bei Veganern, bei Rohköstlern sowie bei makrobiotischer Ernährung. Diese Kostformen sind deshalb in der Praxis ohne Supplementierung von Eisen, Vitamin B12, Vitamin D und Calcium nicht empfehlenswert. >> Jetzt Nahrungsergänzungen kaufen
Quelle: Deutsche Apothekerzeitung 24.02.2005
|